Inkasso Kosten – das sollten Sie über Inkasso wissen

Welche Inkassokosten dürfen Sie berechnen? Wie hoch dürfen Sie sein? Wer muss sie bezahlen? Antworten auf diese Fragen gibt das Inkassorecht. Wir geben Ihnen Einblick, wie sich Inkassokosten berechnen, wie hoch die Inkassogebühren sein dürfen und ob der Gläubiger oder der Schuldner sie begleichen muss.

Das Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken

2013 verabschiedete der Bundestag das Gesetzt gegen unseriöse Geschäftspraktiken. Darin reguliert er die Arbeit von Inkassounternehmen mit dem Ziel, den Geschäftsbereich Inkasso transparenter zu gestalten und dem Verbraucher mehr Sicherheit zu bieten.

Dieses Gesetz hat drei wertvolle Regelungen eingeführt:

  • 1. Eine Darlegungs- und Informationspflicht bringt mehr Transparenz und gewährleistet, dass der Schuldner die Forderungen bestmöglich nachvollziehen kann und den Auftraggeber hinter der Forderung sofort klar erkennen kann.
  • 2. Das Gesetz hat auch die Aufsicht über Inkassounternehmen verbessert und der Branche damit zu mehr Seriosität verholfen.
  • 3. Nicht zuletzt regelt das Gesetz klar und deutlich die Höhe der erstattungsfähigen Inkassokosten.

Diese Gesetzgebung hat mehr Klarheit und Transparenz für den Schuldner mit sich gebracht und gleichzeitig den Ruf der gesamten Inkassobranche deutlich verbessert.

Wie hoch dürfen Inkassogebühren sein?

Registrierte Inkassodienstleister müssen sich für die Berechnung ihrer Inkassogebühren an der Gebührentabelle für Rechtsanwälte orientieren. Nach § 4 Abs. 5 des Rechtsdienstleistungsgesetzes (RDGEG) darf die Höhe der erstattungsfähigen Inkassokosten also nicht die Kosten übersteigen, die ein Anwalt für die Eintreibung der Forderung in Rechnung stellen dürfte.

Inkassounternehmen ist es somit verboten, dem Schuldner beliebig hohe Inkassokosten zu berechnen.

Sind die berechneten Inkassogebühren zu hoch?

Die Inkassogebühren orientieren sich in ihrer Höhe am Umfang der Forderung. Anhand der Rechtsanwaltsgebührentabelle können Sie die zulässigen Inkassogebühren nachvollziehen. Das Inkassonunternehmen stellt dem Schuldner seine Kosten – auch Geschäftsgebühr genannt – beim außergerichtlichen Mahnverfahren neben der Hauptforderung in Rechnung.

Mit dem ersten Mahnschreiben fällt laut Rechtsanwaltsgebührentabelle eine Gebühr von 0,5 bis 1,3 an. Nur bei schwierigen und umfangreichen Fällen darf ein Inkassodienstleister Geschäftsgebühren von 1,3 bis 2,5 erheben. Solche Fälle bringen für den Schuldner deutlich höhere Kosten mit sich und können zum Beispiel wie folgt begründet sein:

  • Die Forderung hat einen Auslandsbezug oder erfordert den Einsatz von Fremdsprachenkenntnissen.
  • Der Schuldner hat vielfach seinen Wohnsitz gewechselt, sodass der Dienstleister erst seinen Aufenthaltsort ermitteln muss.
  • Der Fall zieht einen wiederholten Schriftverkehr und zusätzliche Telefonate mit sich, die über Kurzmitteilungen, Sachstandsanfragen oder die gängige Informationsbeschaffung hinausgehen. Auch der Austausch von widerstreitenden Argumenten kann den Fall erschweren und den Umfang der Aufwände erhöhen.
  • Mit dem Fall geht eine aufwendige Recherche einer streitigen Rechtsfrage einher oder ein umfassendes Aktenstudium.

Darüber hinaus können auch weitere Gebühren – sogenannten Nebenforderungen – anfallen, wenn zum Beispiel Außendienstbesuche notwendig sind. Diese müssen jedoch im Mahnschreiben transparent aufgeschlüsselt sein, damit der Schuldner sie mühelos nachvollziehen kann.

Inkassokosten – welche Auslagen sind erlaubt?

Unter Auslagen verstehen wir in der Regel Kosten für Porto, Kopien, Büromaterialien etc. Im Rahmen der Inkassogebühren ist eine Auslagenpauschale in Höhe von 20 Prozent der erstattungsfähigen Inkassokosten erlaubt. Der Maximalbetrag darf jedoch 20 Euro nicht übersteigen.

Darüber hinaus sind auch folgende Auslagen erstattungsfähig:

  • Kosten durch die Zustellung eines Gerichtsvollziehers
  • Kosten für eine gezielte Recherche in juristischen Datenbanken
  • Kosten für Übersetzungsarbeiten
  • Kosten für Registerauskünfte sowie Vollstreckungs- und Mahnbescheide
  • Kosten für die Adressermittlung des Schuldners sowie Bankrücklastschriften
  • Eine Aktenversendungspauschale
  • Eine auf den Fall bezogene Auskunft bei einer Kreditauskunft
  • Kosten, die durch das Einholen von Vermögensauskünften entstehen

Rechenbeispiel für Inkassogebühren

Wer ein Inkassoschreiben erhält, der muss in der Regel sowohl eine Hauptforderung (der Betrag der offenen Forderung) als auch eine Nebenforderung begleichen. Letztere setzt sich aus den Geschäftsgebühren und Auslagen des Inkasso-Dienstleisters zusammen. Das folgende Beispiel erläutert Ihenn eine mögliche Zusammensetzung der Gebühren auf Basis einer offenen Forderung von 1.000 Euro.

Offene Forderung 1.000 €
Erstattungsfähigen Inkassokosten nach Gebühr 1,3   104 €
Auslagenpauschale 20 €
Gesamtforderung 1.124 €

Zahlt der Schuldner diese Gesamtforderung nicht fristgerecht, kann sich der Gesamtbetrag im Rahmen eines möglichen gerichtlichen Mahnverfahren noch weiter erhöhen. Um das zu vermeiden, ist es dringend ratsam, eine Inkassomahnung möglichst gleich nach Erhalt vollständig zu bezahlen.

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